Unsere Hauskaninchen sind domestizierte und weitergezüchtete Nachfahren des heute noch weithin bekannten europäischen Wildkaninchens. In freier Natur fressen diese vor allem Gräser, Kräuter und Blätter und nehmen Wasser überwiegend in Form von Tautropfen auf.

Die Muskulatur ihres Magens ist sehr dünnwandig. Kaninchen sind deshalb (ebenso wie Meerschweinchen) nicht in der Lage zu erbrechen, weshalb einmal aufgenommenes Futter (auch wenn es verdorben ist oder Giftstoffe enthält) den gesamten Magen-Darm-Trakt passieren muss. Auch kann die Nahrung aus dem Magen deshalb nicht aktiv weitertransportiert werden, vielmehr wird der anverdaute Nahrungsbrei durch ständiges Fressen weiter in den Darm vorgeschoben. Die Tiere nehmen in freier Natur über den Tag verteilt 60-80 kleinste Mahlzeiten auf! Aus diesem Grund sollten Kaninchen vor Operationen auch nicht ausgenüchtert werden, schwere Verdauungsstörungen infolge gestörter Magenentleerung könnten die Folge sein.

Kaninchen verdauen mit Hilfe von Bakterien, welche sie in ihrem Blinddarm beherbergen, der wie eine große Gärkammer funktioniert. Diese spezielle Darmflora spaltet die aufgenommene Nahrung, so dass die dabei frei werdenden Stoffe dem Tier zur Energiegewinnung zur Verfügung stehen. Weiterhin produzieren die Bakterien Vitamine und Eiweiße, welche die Kaninchen durch das Fressen ihres Kotes aufnehmen (es handelt sich hierbei um einen speziellen „Blinddarmkot“, welcher deutlich größer, feuchter und weicher als die normalen Kotkugeln ist, und durch seine vielen kleinen, aneinander gedrückten Kügelchen an die Form einer Weintraube erinnert). Diese Bakterien liefern so dem Kaninchen alle notwendigen Nährstoffe.

Fütterung:

  • Heu und Wasser sollten ständig zur freien Verfügung stehen
  • Frischfutter:
    • „Wiesenfutter“: Gras, Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe, Beifuß, Gänsefuß, Weißklee
  • Kräuter: Petersilie, Dill, Senfblätter, Bohnenkraut, Liebstöckl...
  • Gemüse: Möhre mit Kraut, Gurke, Sellerie, Rote Beete, Futterrüben, Salat, kleine Mengen Paprika, Tomate, Fenchel...
  • Obst in kleinen Mengen: Apfel, Birne, Banane, geschälte Melone, in kleinsten Mengen auch mal: Erdbeere, Weintraube, Kiwi
  • pelletiertes Fertigfutter: max. 1-2 Essl. pro Tier und Tag!
  • gelegentlich hartes Brot, Zwieback oder Knäckebrot
  • Nagematerial: Äste von ungespritzten Obstbäumen, Ahorn, Haselnuss (färbt den Urin sehr dunkel), Weide
  • getrocknete Kräuter

 

Bitte verzichten Sie auf größere Mengen:

  • Zucker, Mehl, Mais oder Honig enthaltende Futtermittel
  • Nüsse
  • Milch- u. Joghurtprodukte (alle Arten von „Drops“)
  • sämtliche Kohlarten (blähen)

 

Artgerecht gefüttert, brauchen unsere Kaninchen keine zusätzlichen Vitamine oder Mineralstoffe!

Bei kranken Tieren oder Zuchttieren berät Sie hierzu gerne Ihr Tierarzt!

 

Zum Schluss: als giftig gelten:

  • Kartoffelkeime, rohe Bohnen
  • Rotklee (stark blähend)
  • Herbstzeitlose, Hundspetersilie, Schierling, Tollkirsche, Schwarzer Nachtschatten, Goldregen, Eibengewächse......

 

Verlassen Sie sich nicht auf den Instinkt Ihres Kaninchens und verfüttern Sie auf keinen Fall Pflanzen, die Sie nicht kennen!

Kontakt Tierklinik

Tierärztliche Klinik Nürnberg Hafen

Wertachstraße 1, 90451 Nürnberg

Tel:  0911 / 64 31 10
Fax: 0911 / 64 57 59
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