Wenn es um Fragen des Nachwuchses geht, steht die Hündin im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Für den gesamten Ablauf der Trächtigkeit muss ihr besondere Aufmerksamkeit zugedacht werden.

Damit die Hündin trächtig wird, muss sie vom Rüden gedeckt werden. Eigentlich würde sich der Rüde den günstigsten Zeitpunkt dafür selbst aussuchen. Da aber der Auserkorene oft meilenweit entfernt wohnt, muss der Besitzer der Hündin den Decktermin bestimmen. Üblicherweise wählt man den 12. Tag der Läufigkeit. Ein Tierarzt kann den optimalen Zeitpunkt jedoch auch anhand eines Scheidenabstriches und einer Blutuntersuchung (Progesteronwert) feststellen.

Zwischen dem 25. und 30. Tag der Trächtigkeit besteht dann die Möglichkeit, durch Abtasten zu fühlen, ob die Hündin aufgenommen hat; durch eine Ultraschalluntersuchung kann die Früherkennung der Trächtigkeit zu diesem Zeitpunkt oft noch genauer beurteilt werden. Auf dem Röntgenbild sind die kleinen Welpen erst ab dem 49. Tag zu sehen.

Wird festgestellt, dass es sich bei unserer Dame um eine werdende Mutter handelt, so empfiehlt es sich, bereits jetzt an die Entwurmung sowohl der Mutter als auch der Kleinen zu denken.

Ihnen ist sicher bekannt, dass sich Larven der Spulwürmer durch die Darmwand bohren und in die Unterhaut und die Milchdrüsen wandern. Dort lagern sie sich ab und warten, bis die Hündin trächtig wird. Dann werden sie wieder aktiv und gelangen über die Muttermilch in die Welpen.

Diese ruhenden und wandernden Larven konnten bisher von keinem Medikament abgetötet werden, so dass jeder junge Hund mit Spulwürmern infiziert und somit seinerseits zum Träger von Larven in der Unterhaut wurde. Neuere Untersuchungen mit dem Wirkstoff „Fenbendazol“ haben gezeigt, dass man diese Larven doch bekämpfen kann. Dazu muss das Präparat vom 40. Tag der Trächtigkeit bis zur Geburt täglich zugefüttert werden. Danach sind sowohl die Welpen als auch die Mutter vollständig wurmfrei. Vorausgesetzt, dass sich die Mutter nicht ansteckt, werden auch die folgenden Würfe ohne Würmer geboren.

Nach 63 Tagen ist es dann soweit: die Welpen kommen zur Welt. 1 - 2 Tage vor der Geburt fällt die Körpertemperatur der Hündin unter 38° C, steigt aber kurz vor der Geburt wieder an. Der Hündin ist es am liebsten, wenn sie ihre Welpen alleine bekommen darf. Sie benötigt Ruhe und ist sehr anfällig gegenüber Störungen.

Etwa alle 30 Minuten sollte ein Welpe geboren werden. Ist der Abstand größer als 1 Stunde, kann mit einer Risikogeburt gerechnet werden und ein Tierarzt ist zu Rate zu ziehen.

Haben alle Welpen das Licht der Welt erblickt, und sind alle Nachgeburten abgegangen, so beruhigt sich die Hündin schnell. Sie kümmert sich nun intensiv um die Welpen.

Im allgemeinen versorgt die Hündin ihre Jungen selbst. Durch das Belecken wird der Kreislauf angeregt und das Fell getrocknet. Die Eihaut wird von der Mutter entweder abgeleckt oder abgebissen, anschließend aufgefressen. Ist die Hündin sehr schwach oder kommen mehrere Welpen dicht hintereinander, so kann es sein, dass sie mit der Pflege der Kleinen nicht nachkommt. Da dann die Gefahr des Erstickens besteht, muss man die Eihaut mit den Fingern aufreißen und den Kopf des Welpen davon befreien. Atmet ein Welpe nicht, sollt man wiederholt vorsichtig den Brustkorb zusammendrücken. Eine kurze kalte Dusche kann Lebensschwache manchmal aufmuntern. Auch sorgfältiges Abrubbeln mit einem Frotteetuch regt die Atmung an.

Einige Störungen verlangen allerdings das Eingreifen eines Tierarztes. Für eine große Frucht kann der Geburtskanal zu eng sein, so dass ein Kaiserschnitt notwendig ist. Das ist häufig dann der Fall, wenn die Hündin nur einen Welpen trägt. Gewöhnlich kommt bei nur einer Frucht die Geburt nicht rechtzeitig in Gang. Die Trächtigkeit dauert dann 67 - 70 Tage. In dieser Zeit wächst der Welpe übermäßig, so dass eine normale Geburt kaum mehr möglich ist. Leider kann man beim Hund bis jetzt mit keinem Medikament die Geburt auslösen, um dadurch das Übertragen zu verhindern.

Von besonderer Bedeutung sind Erkrankungen, die im Zusammenhang mit der Geburt auftreten können:

Zunächst ist hier die Eklampsie hervorzuheben. Die Eklampsie, das sogenannte „Milchfieber“, ist eine lebensgefährliche Krankheit. Es handelt sich dabei um einen Kalziummangel im Blut. Bereits während der Trächtigkeit muss die Mutter viel Kalzium an die wachsenden Welpen abgeben. Über die Milch wird noch mehr Kalzium ausgeschieden, so dass diese Erkrankung gewöhnlich kurz nach der Geburt auftritt. Die Hündin benimmt sich dabei sonderbar; sie ist benommen, unruhig und nicht sicher auf den Beinen. Sie fällt wie in einem Krampfanfall um, liegt auf der Seite und streckt die Beine steif von sich. Ohne schnellste Behandlung stirbt die Hündin an Herzversagen oder Erschöpfung. Vorbeugend ist auf ein richtig zusammengesetztes Futter zu achten. Kalkpräparate sollten exakt dosiert verabreicht werden.

Gelegentlich tritt nach der Geburt eine Entzündung der Gebärmutter auf, sei es, weil sich die Gebärmutter nicht genügend zusammenzieht, sei es, weil abgestorbene Welpen oder Teile einer Nachgeburt nicht ausgestoßen wurden. Bei der Hündin findet man dabei übelriechenden Ausfluss. Sie verweigert das Futter und hat meistens Fieber über 39,5° C. Eine frühzeitige Behandlung mit einem Antibiotikum - am besten nach einer Resistenzbestimmung – lässt die Infektion in der Regel ausheilen. In nur wenigen, sehr stürmisch verlaufenden Fällen muss die Gebärmutter durch eine Operation entfernt werden.

Relativ selten sind Entzündungen der Milchdrüse. Über Verletzungen - meist Bisse und Kratzer der Welpen - gelangen Keime in das Milchgewebe und bewirken dort eine Infektion. Die Hündin lässt dann ihre Jungen nicht mehr saugen. Sie selbst verweigert das Futter und hat schmerzhafte, gerötete und heiße Bezirke am Gesäuge. Mit einer konsequenten Behandlung lässt sich die Krankheit schnell und erfolgreich bekämpfen, so dass nur selten die Milch vollständig versiegt und die Welpen künstlich ernährt werden müssen.

Für die künstliche Welpenernährung stehen ja eine Reihe im Handel erhältliche Fertigpräparate zur Verfügung. Als Ersatz kann auch eine Mischung als Vollmilch und Kondensmilch im Verhältnis 3 : 1 verwendet werden. Die Hundemilch enthält nämlich mehr Fett als die Kuhmilch.

6 - 8 mal pro Tag verlangen die kleinen Welpen nach Nahrung. Nach jedem Füttern darf nicht vergessen werden, das Hinterteil des Hundes mit einem feuchten Tuch bzw. Wattebausch zu reinigen. So wird nämlich das Ablecken der Mutter nachgeahmt, das den Stuhlgang der Kleinen in Gang bringt.

Ab der 3. Woche kann zugefüttert werden. Frühe Beifütterung empfiehlt sich auch bei Hündinnen mit wenig Milch.

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