Akupunktursprechstunde, ein kurzer Leitfaden

Ihr Besuch bei uns

Wichtig ist uns, bei Bedarf, eine vorherige schulmedizinische Untersuchung und Diagnostik (Röntgen, Labor etc.).
Es ist zum Beispiel durchaus möglich, dass das Problem Ihres Tieres chirurgisch angegangen werden muss. Auch ist eine Kombination von Schulmedizin und Akupunktur oft eine wirkungsvolle Ergänzung und widerspricht sich durchaus nicht.

Ihr erster Besuch bei uns wird in der Regel eine Stunde dauern, inklusive Akupunktur. Diese Zeit wird benötigt, um die komplette Vorgeschichte (inkl. vorhandener Röntgenbilder oder Laboruntersuchungen) Ihres Tieres zu besprechen. Wir werden dabei auf die Krankengeschichte, die mentale Situation sowie auch auf die Lebensgewohnheiten und Eigenschaften Ihres Schützlings eingehen. Danach erfolgt eine tierärztliche Allgemeinuntersuchung und darauf folgt die Untersuchung nach den Prinzipien der chinesischen Medizin.

Das Setzen der Nadeln an den Akupunkturpunkten kann für Ihr Tier im ersten Moment durchaus unangenehm oder leicht schmerzhaft sein. Eine Entspannung tritt aber in den allermeisten Fällen wenige Minuten danach ein. Viele Tiere schlafen dann während der Akupunktursitzung.

Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass es nach der Anwendung der Akupunktur zu einer Erstverschlimmerung wie bei der Homöopathie kommen kann, welche aber nach wenigen Tagen abklingt.

Die Akupunktur lässt sich sehr gut mit weiteren Therapieformen, wie Phytotherapie, Physiotherapie, Osteopathie, chinesische Kräuterheilkunde und natürlich auch mit der Schulmedizin kombinieren.

Für weitere Fragen oder eine persönliche Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Ihr Team der Kleintierpraxis am Tierheim

 

Veterinärakupunktur – Information für Tierbesitzer

Akupunktur (Acus=Nadel, punctura=Einstich) ist eine von zahlreichen Methoden, die ein Tierarzt zur Behandlung Ihres Tieres einsetzen kann. Sie basiert darauf, dass spezifische Körperpunkte stimuliert werden. Durch die Stimulation verändern sich verschiedene biochemische und physiologische Zustände, das Gleichgewicht im Körper wird wieder hergestellt und die Ursache von Störungen behoben. Die Akupunktur ist eine Methode, die die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Sie wird seit fast 4000 Jahren erfolgreich bei Tieren und Menschen angewandt. Auch heute noch ist sie bei vielen gesundheitlichen Problemen die Behandlung der Wahl für ein Viertel der Weltbevölkerung. Mittlerweile wird sie zunehmend von Tierärzten für verschiedene Störungen eingesetzt. Sie ist kein Allheilmittel, dennoch kann sie wenn sie sinnvoll eingesetzt wird, gute Behandlungserfolge erzielen.

Bei welchen Erkrankungen kann Akupunktur eingesetzt werden?
Akupunktur schließt eine Lücke zwischen medikamenteller und chirurgischer Behandlung. Im Westen wird sie vorwiegend angewandt, wenn Medikamente nicht wirken oder zu starke Nebenwirkungen haben und wenn eine Operation für das Tier nicht infrage kommt. In China wird sie häufig als primäre Behandlungsform noch vor der konventionellen chirurgischen Therapie eingesetzt.
Bei Kleintieren wird Akupunktur vor allem angewandt bei:

  • Störungen des Bewegungsapparats, z. B. Hüftgelenksdysplasie, Arthritis, Bandscheibenproblemen, Verletzungsfolgen
  • Hauterkrankungen, z. B. Leckgranulom oder sensorische Neurodermitis
  • Störungen des Nervensystems, z. B. Nervenverletzungen, bestimmte Arten von Lähmungen
  • Atemwegserkrankungen, z. B. Asthma
  • viele andere Erkrankungen reagieren gut auf Akupunktur

Wie funktioniert Akupunktur?
Man weiß inzwischen, dass Akupunktur alle wichtigen physiologischen Systeme beeinflusst. Primär wirkt sie über das Zentralnervensystem, das auf Bewegungsapparat, Hormonsystem und Herz- Kreislaufsystem wirkt. Akupunktur kann mehr als nur Schmerzlinderung bewirken. Die Wirkung hängt dabei von der behandelten Störung und der Wahl der behandelten Punkte ab.

Die wichtigsten Wirkungen der Akupunktur sind:

  • sie verbessert die Durchblutung
  • sie bewirkt die Freisetzung zahlreicher Neurotransmitter und Neurohormone, unter anderem fördert sie die Ausschüttung von Endorphinen (natürliche schmerzlindernde Hormone des Körpers)
  • sie lindert Muskelkrämpfe
  • sie stimuliert die Nerven und das Immunsystem des Körpers

Daneben hat sie noch zahlreiche weitere positive Wirkungen. Nach der chinesischen Philosophie entsteht Krankheit durch ein energetisches Ungleichgewicht im Körper. Akupunkturtherapie soll die Energie ausgleichen, den Energiefluss korrigieren und dadurch zur Heilung beitragen.

Ist Akupunktur schmerzhaft?
Wie reagiert das Tier darauf?
Akupunktur wird mit sterilisierten dünnen Stahlnadeln durchgeführt. Gelegentlich tritt ein kurzer Schmerzmoment auf, wenn die Nadel in bestimmten empfindlichen Bereichen die Haut durchsticht. Sobald die Nadel am Platz ist, entspannen sich die meisten Tiere und schlafen sogar häufig während der Behandlung ein.

Wie sicher ist Akupunktur?
Akupunktur ist eine der sichersten Therapieformen, wenn sie von einem kompetenten Akupunkteur durchgeführt wird. Nebenwirkungen treten nur in Ausnahmefällen auf. Gelegentlich verschlechtert sich der Zustand eines Tieres vorübergehend, bevor eine Besserung eintritt. Da Akupunktur auf die Selbstheilungskräfte des Körpers wirkt und keine chemischen Substanzen eingesetzt werden, kommt es nur sehr selten, wenn überhaupt, zu Komplikationen.

Wie oft und wie lange wird behandelt?
Die Behandlung kann zwischen 10 Sekunden und 30 Minuten dauern, je nach behandelter Störung und verwendeter Methode. Wir stimulieren bei der Körperakupunktur verschiedene Akupunkturpunkte durch Nadeln, durch Moxibustion (Erwärmung des Punktes) oder je nach Behandlungsfall durch eine sogenannte Aquapunktur (Injektion einer Flüssigkeit in den Punkt). Die Patienten werden in der Regel ca. 6 Wochen lang 1 - 3 mal pro Woche behandelt. Eine positive Reaktion ist oft im Laufe der ersten 4 - 6 Behandlungen zu beobachten, manchmal auch schon früher, je nach behandelter Erkrankung.

Quelle: Schoen: Akupunktur in der Tiermedizin

 

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